Publikationen

Meine Abschlussarbeiten an der EH Ludwigsburg

Die Digitale Kommunikation des Evangeliums

Wie das Evangelium in Sozialen Medien kommuniziert werden kann

Bachelor-Thesis zur Erlangung des Akademischen Grades Bachelor of Arts (Religionspädagogik)
an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg | Eingereicht am 03.12.2014

Wir leben in einer digitalisierten Welt. Das System aus Nullen und Einsen beeinflusst aus dem Hintergrund heraus unser tägliches Leben:
Micro Controller, kleine Computer, befinden sich mittlerweile in vielen Gegenständen und Geräten unseres Alltags. Vom Wecker über Feuermelder, Radio, Herd, TV, Heizung, Schlösser, Auto, Ampeln, Kaffeemaschinen, Taschenrechner und natürlich dem bekanntesten, den Computern; in ihnen arbeiten Micro Controller.
Firmen wie Google oder Apple arbeiten längst daran diese bislang ‚unvernetzten‘ Geräte durch das Internet miteinander zu verbinden. Es ist dann die Rede vom ‚Internet of Things‘, der Verknüpfung von realer und digitaler Welt. Das große Ziel: Alle Geräte miteinander in Verbindung zu setzen und den Informationsaustausch ermöglichen. So kann der Kühlschrank dem Smartphone die Einkaufsliste schicken, die Klimaanlage rechtzeitig aktiviert werden, wenn die Bewohner sich auf dem Weg nach Hause befinden oder Staumeldungen vom Weg zur Arbeitsstelle bewirken, dass der Wecker 15 Minuten früher klingelt. Dabei erhält das Internet, als verbindendes Medium, eine stetig präsentere und wichtigere Rolle.
Noch sind diese Visionen nicht verwirklicht, doch wir befinden uns auf ‚dem besten‘ Weg dorthin. 72% der Deutschen nutzen laut einer Studie des BITKOM zur Netzgesellschaft das Internet. Je jünger dabei die Zielpersonen, umso höher ist der Anteil der Internetnutzenden. Die Nutzungsdauer variiert dabei von weniger als einer Stunde bis hin zu mehr als 10 Stunden am Tag. Eine in den vergangenen Jahren rasant zunehmend genutzte Internetplattform stellen Soziale Netzwerke als Teil der Sozialen Medien dar. 78% der Internetnutzenden sind in Sozialen Netzwerken an-gemeldet, wobei 67% diese aktiv nutzen.
Kirche und der christliche Glaube muss sich deshalb die Frage stellen, wo das Evangelium in einer digitalisierten und vernetzten Welt seinen Platz findet. Wäre es vertretbar das Evangelium im Internet und den Sozialen Medien nicht zu kommunizieren? Und wenn es doch kommuniziert werden soll, wie kann dies gelingen?

Das Evangelium kann auf unterschiedlichste Weise kommuniziert werden. In den Sozialen Medien, die das soziale Verhalten von Menschen abzubilden versuchen, haben sich für die Kommunikation Methoden und Praktiken etabliert.
In Kombination dieser beiden Bereiche, der Kommunikation des Evangeliums sowie den Praktiken der Kommunikation in Sozialen Medien, lässt sich erkennen, wie auch das Evangelium in Sozialen Medien kommuniziert werden kann.
Das Evangelium soll demnach in Sozialen Medien durch Individuen dialogisch, partizipativ, zielgruppenspezifisch, ‚auf Augenhöhe‘ und authentisch kommuniziert werden. Es kann dabei unterhaltsam und multimedial kommuniziert werden.
Dabei müssen sich die Kommunizierenden bewusst sein, dass Soziale Medien Anonymität zulassen. Außerdem ermöglichen sie eine zeitliche asynchrone Kommunikation. Situationen, in denen das Evangelium kommuniziert wird, können teilweise willkürlich entstehen und sind meist örtlich unabhängig. Zuletzt können die Sozialen Medien keinen Ersatz für die bisherige Kommunikation des Evangeliums bieten. Sie sind vielmehr ein weiterer Kommunikationskanal, dessen Praktiken und Methoden es sich anzueignen gilt, wenn man in diesen das Evangelium kommunizieren möchte.
Die Kommunikation des Evangeliums ist dabei ebenso den herrschenden Effekten in Sozialen Medien ausgeliefert, wie jede Botschaft, die in ihnen verbreitet wird. Zufälligkeiten und virale Effekte fordern dazu auf, Ideen mutig umzusetzen. Gleichzeitig bieten sie die Chance, erfolglose Kommunikation durch neue Ideen ersetzen zu können.

Mitarbeitende sind Familienangehörige

Chance oder Ballast für Organisationen

Bachelor-Thesis zur Erlangung des Akademischen Grades Bachelor of Arts (Soziale Arbeit)
an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg | Eingereicht am 02.12.2015

Provokant und doch kann der Aussage nicht grundlegend widersprochen werden: Mitarbeitende sind Familienangehörige. Doch was bedeutet dies für Organisationen? Welche Chancen tun sich damit auf und welche Ballaste werden aufgebürdet? Wie können Organisationen damit umgehen, dass ihre Mitarbeitenden einer Familie angehören und was müssen diese überhaupt leisten?
Das Stichwort Familienfreundlichkeit trägt diese Fragen mit sich und unzählige Beispiele aus dem Bereich der Profit-Unternehmen zeigen, welche Auswirkungen eine familienfreundliche Unternehmensstruktur hat. Doch welche Möglichkeiten bieten sich Unternehmen, deren Primärziel nicht die Profitmaximierung ist, sondern der Sache dient? Was können Sozialunternehmen leisten, um Familie als Chance wahrnehmen zu können und welche Belastungen müssen dabei ertragen werden?
Familienfreundlichkeit ist dabei nichts, was sich nur „Großunternehmen in Schön-wetter-Perioden ‚leisten‘ können, wie es oft heißt. Auch kleine und mittlere Betriebe besitzen aufgrund ihrer Innovationskraft und Kreativität die geeigneten Voraussetzungen für familienfreundliche Maßnahmen“ (Mohn/Schmidt 2004, 14). Diese Aussage soll daher am Beginn dieser Erarbeitung stehen.

Mitarbeitende sind Familienangehörige. Chance oder Ballast für Organisationen. Unter diesen Titel wurde diese Arbeit gestellt und gezeigt, dass Mitarbeitende Familienangehörige sind. Jedoch ist das Verständnis von Familie individuell, plural und in einem ständigen Wandel. Auch das Verständnis des Menschen in Organisationen hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Daher gehen moderne Organisationen auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden ein. Der Wunsch nach einer Familie scheint dabei eines dieser Bedürfnisse zu sein, wie der Maßnahmenkatalog zur Familienfreundlichkeit in Organisationen zeigt. Welche Chancen aber auch Belastungen entstehen aus diesen Grundbedingungen?

Indem Organisationen auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden mit Familie eingehen, indem sie Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen, können Mitarbeitende besser gehalten werden. Außerdem kann damit auch die Attraktivität der Organisation gesteigert werden, was eine Neugewinnung von Mitarbeitenden erleichtert.

Dagegen stellen die Belange und die Individualität von Familien- und Lebensformen eine Belastung für Organisationen dar. Zum einen resultiert daraus ein organisatorischer Aufwand, beginnend bei der Neueinstellung bis hin zu Flexibilisierungen. Sozialunternehmen sind hierbei zudem noch durch äußere Rahmenbedingungen, wie der Finanzierung oder auch der Betreuungs- und Präsenszeit, eingeschränkt. Zum anderen können sich familiäre Belastungen auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden auswirken, wie auch das Betriebsklima belasten.

Angesicht eines kommenden bzw. bereits bestehenden Fachkräftemangels müssen Organisationen jedoch Möglichkeiten schaffen, Mitarbeitende verstärkt an die Organisation zu binden, als auch die Attraktivität der Organisation zu steigern, um neue Fachkräfte zu akquirieren. Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit stellen dabei eine Möglichkeit dar, die von einer großen Anzahl von Mitarbeitenden in Anspruch genommen werden kann.

Sozialunternehmen können hierbei im Speziellen auf unternehmenseigene, bereits bestehende Angebote, aber auch Kontakte in der Branche, zurückgreifen. Herausforderungen aufgrund von finanziellen Abhängigkeiten können so durch Kooperationen mit Sozialunternehmen begegnet werden.

Dies scheint auch das große Plus von Sozialunternehmen zu sein. Durch ihr Aufgabengebiet befinden sie sich bereits in eben der Branche, welche Serviceleistungen zur Familienfreundlichkeit anbietet. Profit-Unternehmen müssen diese in der Regel zunächst neu oder durch Kooperationen aufbauen. Sozialunternehmen können sich hierbei als Wissensexperten und Kooperationspartner für Profit-Firmen anbieten.

Insgesamt zeigt sich daher, dass die Chancen, welche aus einer Familienangehörigkeit von Mitarbeitenden entstehen, gegenüber den Belastungen, die daraus entstehen, überwiegen. Die befragten Sozialunternehmen haben dies ebenfalls erkannt. Dabei bedarf es einer stetigen Bedarfs- und Angebotsanalyse, um auch zukünftig gut aufgestellt zu sein.

Wie sich das Verständnis des Menschen in Organisationen, sowie das Verständnis von Familie und deren Mitgliedern gewandelt hat, so wandelt sich auch das Konzept der Familienfreundlichkeit. Die Work-Life Balance als Weiterentwicklung der Politik zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf führt beispielsweise dazu, dass „viele Maßnahmen, die vor einigen Jahren ausschließlich zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf gedacht waren, heute genutzt werden, um die vielfältigen Wechselfälle des menschlichen Lebens abzudecken“ (Hartz 2004, 101).

Aus Sicht der Sozialen Arbeit stellt sich außerdem die Frage, wie sozial Benachteiligten eine bessere Teilhabe an der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht werden kann. Beispielhaft seien hier alleinerziehende Elternteile genannt, welche häufig unter einer doppelten, beruflichen als auch familiären, Belastung stehen. Für Sozialunternehmen, welche sich vornehmlich über ihre Sachzieldominanz auszeichnen, stellt sich hier auch die Frage, inwieweit sie sich durch die Handhabe mit eben diesen sozial Benachteiligten gegenüber Profit-Unternehmen auszeichnen kann. Und inwieweit unterscheiden sich deren Mitarbeitende voneinander?

Eine weitere Frage bleibt schlussendlich immer, wie sich Familie wandelt. Inwiefern spielt die Lokalität oder Multilokalität einer Familie für die Familienfreundlichkeit eine Rolle? Mit Erscheinen der 17. Shell Jugendstudie zeigt sich zudem, dass sich die Einstellung jüngerer Generationen, welche wiederum in den kommenden Jahren Familien gründen könnten, hinsichtlich der ‚Familie‘ gewandelt haben. Während im Jahr 2010 noch 76% der Befragten Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren die Angabe machten, dass man eine Familie brauche, um glücklich zu sein, bejahten 2015 diese Frage nur 63% der Befragten (vgl. Shell Deutschland 2015, 56f). Auch die emotionale Bedeutung von Kindern schwäche sich ab (vgl. ebd., 59). Inwiefern sich diese Entwicklungen auf die Familienfreundlichkeit in Organisationen auswirken wird, bleibt abzuwarten. Sie zeigen jedoch, dass sich der Status Quo stets verändern kann, und sich demnach auch der Maßnahmenkatalog zur Familienfreundlichkeit, die Motivation diesen umzusetzen, als auch der Bedarf an solchen Maßnahmen von Seiten der Mitarbeitenden stets an eben diese angepasst werden muss.

Familienfreundlichkeit in Organisationen, speziell die der Sozialen Arbeit, stellt somit keinen anzustrebenden Zustand dar, sondern vielmehr einen Prozess aus Bedarfsermittlung, Angebotsmöglichkeiten und deren Vereinbarkeit.

Auszüge aus der Beurteilung von Rolf Ahlrichs – Zweitprüfer:

Matthias Kunz widmet sich in seiner Bachelorthesis der Frage, welche Möglichkeiten zur familienfreundlichen Gestaltung sozialwirtschaftliche Unternehmen nutzen, welche Motive sie leiten und welche Erfahrungen sie dabei machen. Ins Zentrum seiner Thesis rückt er den Familienbegriff, indem er danach fragt, was sozialwirtschaftliche Unternehmen tun können, „um Familie als Chance wahrnehmen zu können“ (S. 6).

Mit der Befragung möchte Herr Kunz die zuvor aufgestellten, aus der Theorie entwickelten Hypothesen „praktisch“ überprüfen. Konsequent arbeitet er seine Hypothesen einzeln ab und belegt seine Einschätzungen mit eindeutigen generalisierten Aussagen aus den Gesprächsprotokollen. Es zeigen sich einige Unterschiede bei den befragten Unternehmen, so dass nicht alle Hypothesen bestätigt oder verworfen werden können. Insgesamt wird aber deutlich, dass es sich bei der Familienfreundlichkeit um ein Thema handelt, dass die befragten Unternehmen beschäftigt. Es zeigt sich allerdings auch, dass die Maßnahmen in der Regel individuell vereinbart werden müssen, organisatorischen Grenzen und gesellschaftlichen Veränderungen unterliegen. So kommt Herr Kunz zu dem Schluss, dass Familienfreundlichkeit in sozialwirtschaftlichen Unternehmen kein statischer Zustand ist, sondern ein „Prozess aus Bedarfsermittlung, Angebotsmöglichkeiten und deren Vereinbarkeit“ (S. 79).

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