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Gedanken aus dem Leben

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Der “Möglichmacher” // ekiba intern

Vielen Dank an Judith Weidermann für das tolle Interview und die Genehmigung den Artikel hier einfügen zu dürfen: Das ganze ekiba intern /Februar/ Ausgabe 1/2018 findet man auch online im Archiv des ekiba intern.

Matthias Kunz ist ein Dickkopf. Sagt jedenfalls das Deutungsergebnis seiner Handschrift. Unter anderem. Es sagt weiter, dass er einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat und sich stets für andere einsetzt. Für beides spricht ein Stückweit auch Matthias Kunz‘ Berufswahl: Ursprünglich hatte der 26-Jährige aus Schwäbisch Hall Mediengestalter werden wollen. „Als ich meinen ersten Auftrag erhielt, habe ich allerdings ziemlich schnell gemerkt, dass ich  lieber meine eigenen kreativen Ideen umsetzen will, anstatt die Kundenwünsche“, gibt er schmunzelnd zu. Überhaupt stellte Matthias Kunz – der schon früh im Kinder-Kirchenchor und in der Jungschar war und später u.a. Zeltlagerarbeit machte – immer öfter fest, dass die kirchliche Jugendarbeit sein eigentliches Ziel war: „Das macht mir einfach am meisten Spaß“, resümiert er. „Hier arbeiten engagierte Leute, die alle was reißen wollen; hier kann ich mich ausprobieren, alle meine Fähigkeiten und Interessen einbringen – ein  Möglichmacher‘ sein.“

Der perfekte Ehrenamtliche

Und Fähigkeiten und Interessen hat Matthias Kunz so einige: „Ich gestalte gern Flyer, spiele Gitarre, filme, bin in den Social Media unterwegs (Anm. d. Red.: Matthias Kunz bloggt außerdem auf seiner Website www.dasistkunz.de) – eigentlich wäre ich ein super Ehrenamtlicher.“ Alles bringt er in seine beiden 50 %-Stellen ein – seit 2016 als Gemeindediakon in der Lukasgemeinde Heidelberg-Boxberg und als Jugendreferent im Stadtkirchenbezirk Heidelberg. Hier ist er viel in größere Projekte eingebunden und koordiniert mit seinen Kollegen die Angebote für Kinder und Jugendliche, etwa die Stadtranderholung im Sommer. In der Gemeinde arbeitet Matthias Kunz hauptsächlich direkt mit Kindern und Jugendlichen zusammen. „Auf dem Boxberg und im Emmertsgrund leben inzwischen wieder sehr viele junge Familien, für die es aber noch kaum Angebote gibt. Mein Ziel ist, hier Strukturen kirchlicher Jugendarbeit von grundauf aufzubauen. Beziehungsarbeit ist da ganz besonders wichtig.“ Aktuell bietet Matthias Kunz an einem Nachmittag der Woche Jungschar in der nahegelegenen Gemeinschaftsschule an: „Wir dürfen als Kirche nicht immer nur zu uns einladen und erwarten, dass alle kommen. Es ist wichtig, dass wir auch dorthin gehen, wo die Menschen – in diesem Fall die Kinder – sind“, ist er überzeugt. „Und die Gruppe ist regelmäßig ausgebucht.“

Bei Gott brauchst du kein Smartphone

Was die Jugendlichen vorrangig beschäftige, seien Zukunftsfragen („Was will ich mit meinem Leben anfangen?“), aber auch mit schlechten Schulnoten oder Beziehungsstress klarzukommen. „Selbstdarstellung ist ein ganz großes Thema“, beobachtet der Gemeindediakon. Vielleicht sei deshalb auch das jugendliche Interesse an Religion und Glauben so groß – worüber er sich sowohl wundert, als auch freut: „Sie merken, bei Gott musst du nicht versuchen, in allem perfekt zu sein, brauchst kein großes Smartphone oder coole Klamotten. Du musst nicht beweisen, dass du wer bist, denn bei Gott bist du eben  einfach.“ Ein wohltuendes, befreiendes Gefühl. Da Matthias Kunz „beruflich glaubt“ – mit Leidenschaft –, ist es ihm wichtig, seinen Glauben auch privat zu stärken. Religiöse Lektüre (gern spannend in Romanform … ) und Filme gehören deshalb auch zu seiner Freizeit. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht – das ist toll, aber manchmal auch eine Herausforderung, weil man vor lauter Spaß an der Arbeit oft nicht merkt, wenn man sie mit nach Hause nimmt.“ Scheint, dass Matthias Kunz seinen perfekten Einsatzort gefunden hat. Und auch da liegt seine Handschriftendeutung wieder richtig: „Der Umgang mit Menschen macht ihm Spaß, der ideale Arbeitsplatz ist da, wo er mit anderen Menschen zu tun hat.“

// Judith Weidermann

MatthiasDer “Möglichmacher” // ekiba intern